Gläserne Decke in der Klinik? Karriereplanung in der Neurologie | Nervennahrung 074
Show notes
In dieser Episode des Podcasts „Nervennahrung“ beleuchten Host Prof. Mathias Mäurer und Dr. Anastasia Betaki die Arbeit des Neurologinnen Netzwerks. Obwohl die Medizin stetig weiblicher wird, stoßen Karrierewege im deutschen Klinikalltag oft noch an eine gläserne Decke. Die beiden diskutieren die Motivation hinter der Netzwerkarbeit und zeigen konkrete Strategien auf, um diese Barrieren zu überwinden. Welche praxisnahen Lösungen sorgen in Zukunft tatsächlich für mehr Oberärztinnen in der Neurologie? | Nervennahrung 074
Folgende Themen werden im Verlauf des Gesprächs zwischen Dr. Anastasia Betaki und Prof. Mathias Mäurer angesprochen:
- (00:00) Intro
- (00:35) Vorstellung Dr. Betaki & das Neurologinnen Netzwerk e.V.
- (01:47) Motivation hinter Gründung des Netzwerks
- (06:49) Lösungen für OberärztInnen-Positionen (z.B. Top-Sharing)
- (11:31) Was steht einer progressiveren Denkweise im Klinikalltag im Weg?
- (13:33) Anteil weiblicher Führungskräfte in der Neurologie
- (15:29) Elternzeit: Bessere Gleichverteilung in der Zukunft?
- (16:29) Netzwerkarbeit über klinischen Themen hinaus
- (19:37) Relevanz der “gläsernen Decke” in der Medizin
- (21:40) Möglichkeiten der Partizipation im Netzwerk
- (23:01) Outro
Unser Archiv sowie weitere Episoden des Podcasts finden Sie zudem unter: https://fachportal.roche.de/services/podcasts/nervennahrung-fuer-neurologen.html
Diese Aufzeichnung stammt vom 22.06.2026. Die nächste reguläre Episode erscheint voraussichtlich am 03.09.2026.
Produktion und Schnitt: Patrick Aust
Bei unserem Nervennahrung-Podcast handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit uns und Ihnen teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden!
Show transcript
00:00:10: Und dann haben wir gedacht, irgendwie müssen wir doch mal was machen.
00:00:14: Sollen wir uns nicht einmal zusammensetzen und einfach mal überlegen, woran kann das denn liegen?
00:00:18: oder was sind den Gründe?
00:00:20: Weil die Frauen gibt es ja.
00:00:22: Sie sind nur irgendwie wie unsichtbar so ein
00:00:24: bisschen.".
00:00:34: Das war Anastasia Birtaki, Vorsitzende des neurologischen Netzwerks eV mit der ich mich heute über das Ärztinnennetzwerk austauschen möchte.
00:00:43: Damit begrüße ich sie zu einer neuen Folge unseres Podcastes Nervennahrung dem Podcast von Neurologen für Neurologe.
00:00:49: Mein Name ist Matthias Meurer, ich bin Chefarzt der neurologischen Klinik am Klinikum Birtsburg-Mitte und zusammen mit meinem Kollegen Tobias Ruck dem Direktor der neurologische Kliniken Bergmannsheil Bochum moderiere ich diesen Podcast zu spannenden aktuellen Themen der klinischen Neurologie.
00:01:04: In der Regel dreht sich unser Podcast ja um Erkrankungsbilder und klinische Themen.
00:01:07: Hin und wieder betrachten wir aber in unserer Podcast auch Netzwerke die für die Neurologe eine besondere Bedeutung haben.
00:01:13: Und hierzu gehört sicherlich auch das Neurologo-Netzwerk eV dessen Zielsetzung die Stärkung der Interessen neurologisch-tätiger Ärztinnen ist.
00:01:21: Was ist damit gemeint?
00:01:22: Braucht es das in heutigen Zeit!
00:01:24: Über diese Fragen werde ich mich mit Anastasia Betaki unterhalten, die dieses Netzwerk im Jahr zwanzigundzwanzig mitgegründet hat.
00:01:30: Anastasia Betakis Oberarztin am Barisano Klinikum Frankfurt Höchst und ich bin gespannt mehr über die Gründungsgeschichte und die Zielsetzungen des Netzwerks zu hören.
00:01:40: Ja liebe Frau Betaki herzlich willkommen.
00:01:42: schön dass Sie hier bei uns im Podcast sind.
00:01:45: Danke für die Einladung freue mich sehr hier zu sein.
00:01:47: Sie sind ja Gründungsmitglied des Neurologien-Netzwerks.
00:01:50: Mich würde natürlich erst mal interessieren, was hat sie dazu gebracht bzw war die Motivation ein solches Netzwerk zu gründen?
00:01:58: Ja es ist eine gute Frage, das erzähle ich immer ganz gerne weil unsere Gründunggeschichte sage ich mal so ziemlich klar also... Wir hatten eigentlich zu Corona-Zeiten mit Kollegen uns getroffen, um zusammen die DGN online zu verfolgen.
00:02:14: Das war ja damals ... Fing das alles erst an mit diesen ganzen Hybridveranstaltungen und dann haben wir gesagt, komm, wir gucken uns das zusammen irgendwie an.
00:02:24: Und wir hatten alle unsere Fachartsausbildung an der Uniklinik in Frankfurt gemacht und dachten, dass es noch mal eine schöne Gelegenheit sich auch wiederzusehen.
00:02:37: Dann haben wir das eben zusammengeguckt und dachten, wie kann es eigentlich sein dass wir in der Ausbildung so viele Frauen waren?
00:02:45: Und hier nur Männer sprechen.
00:02:47: Also weil das war zu einem Zeitpunkt, wo die DGN eben das noch nicht paritätisch besetzt hat und das ist ja jetzt zum Glück so.
00:02:55: Hört sich verändert.
00:02:56: Genau.
00:02:56: aber da ist uns das also wirklich dann deutlich aufgefallen und haben wir gedacht, wo landen denn eigentlich quasi alle von uns diese ganzen Frauen?
00:03:05: Wo gehen sie hin?
00:03:06: Wir waren doch auch wissenschaftlich tätig oder haben irgendwas gemacht, warum finden wir da keine Abbildung?
00:03:13: Und dann haben wir gedacht, irgendwie müssen wir doch mal was machen.
00:03:17: Sollen wir uns nicht einmal zusammensetzen und einfach mal überlegen, woran kann das denn liegen?
00:03:21: oder was sind denn Gründe?
00:03:23: Weil die Frauen gibt es ja.
00:03:25: Ja sie sind nur irgendwie wie unsichtbar so ein bisschen.
00:03:28: Ja,
00:03:30: genau.
00:03:32: Also dann haben wir auch erst mal gedacht wie nähern wir uns dem jetzt eigentlich?
00:03:36: und wie gesagt wir sind dann halt so ein bisschen im Rhein-Main-Gebiet sozusagen die alten Kolleginnen und die man da neu kennengelernt hatte.
00:03:43: Man ist ja dann meistens an der neue Klinik.
00:03:45: nach der Facharztausbildung also auf dem Niveau waren wir und haben dann uns eben einfach erstmal getroffen zusammengesessen überlegt was Wie ist das denn?
00:03:54: Ist es wirklich so, es ist nur ein Eindruck.
00:03:56: Es sind sozusagen alle Assistenzärzte, Frauen und alle oberärzte Männer.
00:04:00: Und tatsächlich war's zu dem Zeitpunkt also, dass es wirklich sehr ungleich verteilt war ja.
00:04:08: Obert stellen fast achtzig Prozent männlich besetzt und gerade in Unikliniken eigentlich keine Frauen.
00:04:14: und auch wir hatten das so erlebt unsere ganzen Oberärzte waren alles nur sozusagen Männer.
00:04:20: Wir haben erst mal diese Feststellung prüfen wollen, stimmt das?
00:04:22: Oder ist es sozusagen nur ein Eindruck.
00:04:27: Ziemlich schnell hat man irgendwie gedacht, dass dieser Knick irgendwo kommt.
00:04:31: Wenn es um die natürlich so ein bisschen um die Kinder geht und Familienplanung manchmal auch schon nur das Erwähnen oder die Möglichkeit zum Beispiel, dass man Kinder bekommen könnte ist natürlich vielleicht auch für den einen oder anderen Chef eine probleme Oberarztstelle zu besetzen mit jemandem der vielleicht dann ausfällt.
00:04:50: also das war uns erst mal so haben wir gedacht ist wahrscheinlich so Denken wir, es gibt auch viele weitere Gründe.
00:04:59: Wir haben dann im Verlauf uns besser organisiert und sind ja weitergewachsen und haben gerade dazu eine größere Umfrage gemacht vorletzend Jahr.
00:05:10: Wir auch auf der DGN präsentiert haben und veröffentlicht haben ein kleiner DGNDonal und haben dann eben geguckt was ... Was sind denn die Gründe?
00:05:23: Und es ist so, dass natürlich schon vielleicht... Also das viele Gründe gibt.
00:05:30: Ich will jetzt nochmal einige herausstellen.
00:05:33: aber dass das Frauen eben potenziell länger ausfallen könnten und dann auch in die Teilzeit gehen.
00:05:42: Und viele Frauen gehen in der Teilzeit, das haben wir auch in unserer Umfrage festgestellt Es ist knapp über sechzig Prozent und Dann immer ein Problem haben wie kann man das vereinbaren?
00:05:55: Wir wollten aber nicht nur die Probleme aufzeigen und sagen, was sind denn die Probleme?
00:05:59: Sondern wir wollten auch sagen, ja, aber was könnte man was dagegen tun.
00:06:02: Also ist es nur ein Problem oder ist das eigentlich ein lösbares Problem, wo man irgendwas machen müsste und haben eben auch gefragt, was könnte Und gibt es Konzepte, hat jemand Erfahrung?
00:06:15: Wo funktioniert's?
00:06:16: ja.
00:06:17: Ich muss sagen in meiner Klinik sind fast nur Oberärztinnen inzwischen und nur ein Mann.
00:06:23: Das funktioniert sehr gut.
00:06:25: Fast alle arbeiten zum Beispiel in Teilzeit.
00:06:29: Es gibt auch Top-Sharing in Chefarztpositionen usw.
00:06:35: Zum Beispiel die Hürden der Teilzeit aber auch Flexibilitätsteigern Homeoffice Arztbriefe warum nicht zu Hause... Korrigieren zum Beispiel.
00:06:44: Es gibt ja viele Möglichkeiten, die eigentlich so ein bisschen unerschöpft also bleiben.
00:06:49: Ja ich meine letztlich eine Lösung muss es hergeben.
00:06:52: Ich meine so wie sie sagen Die meisten die Medizin studiert Anfang siebzig Prozent glaube ich Frauen.
00:06:57: das ist nicht falsch.
00:06:59: Das heißt wenn wir Oberstellen Zukunft besetzen wollen müssen mehr eine Lösung finden.
00:07:03: Mich würde tatsächlich interessieren wie Sie's lösen würden weil ich sage auch durchaus als Chef einer Klinik ist das natürlich ein Problem, wo man immer guckt wie könnte man es gut lösen.
00:07:14: Wie kriegt man das hin?
00:07:16: Mir ist das auch schon mal eingefallen dass man vielleicht doppeln könnte irgendwie die Stellen.
00:07:20: aber sagen wir mal so kommt einem natürlich auch im einen Sinn dass so Kinderbetreuung nicht sehr flexibel ist.
00:07:27: alle wollen halt dann doch irgendwie die Zeit zwischen acht und vierzehn Uhr am besten arbeiten nach hinten raus ist immer schwierig.
00:07:34: auch kriegt Man zu hören was waren so die Lösungen die sie?
00:07:39: Also ich muss sagen, in der Neurologie.
00:07:41: ist es ja eigentlich einfach.
00:07:43: Und ich finde, als Oberarztin, das ist eigentlich einfacher als als Assistenzärztin.
00:07:47: Also gut, ich habe jetzt erst als Oberargierstin Kinder bekommen selbst aber ich denke man hat keine Dienste und macht Hintergrund am Telefon.
00:07:55: Das kann ich auch zu Hause machen.
00:07:57: Ich will nur sagen Es ist prinzipiell nicht wie zum Beispiel in der Chirurgie wo man vor Ort sein muss.
00:08:02: Ist es schon möglich?
00:08:04: Man macht morgens seine Visite, man ist nachmittags erreichbar sollte es kein Problem sein, zum Beispiel um fünfzehn Uhr zu gehen.
00:08:12: Und wenn ich dann noch digital die Möglichkeit habe zur Hause auch weiterzuarbeiten... Das ist ja in der Geschäftswelt das Jahrgang und Gebe, dass man irgendwie Meetings von Zuhause macht oder Homeoffice macht.
00:08:24: In der Klinik gibt's immer diese Einstellung, dass es sei nicht möglich.
00:08:26: aber ehrlich gesagt ist der Patientenkontakt vom Oberarzt schon sehr begrenzt.
00:08:32: also dass man jetzt wirklich vor Ort sein muss in Persona, also erreichbar ja Gut,
00:08:39: aber der Weg zum Oberarzt ist ja auch länger.
00:08:42: Jetzt kann man ja nicht immer vorher sagen, dass nicht doch vorher die Kinder kommen oder das nicht doch vorher ein gewisser Bedarf ist, eben das anders zu organisieren.
00:08:52: Ist ja im Recht, ich denke Neuro ist jetzt nicht so schwierig zu organisierend,
00:08:55: v.a.,
00:08:56: wenn man vorwiegend supervidiert und letztlich im Hintergrund agiert in dem Dienst.
00:09:02: Aber gut, man muss erst mal da hinkommen.
00:09:05: Und ich könnte mir vorstellen, Dieser Karriereknick, den Sie beschrieben haben schon viel früher anfängt.
00:09:11: Dass man gar nicht das erste erreicht.
00:09:13: Ja ich mein einerseits muss man natürlich heute zutage davon ausgehen und sag' ich... Ich meine wir haben ja auch Menschen die sich eben vorstellen auf eine Stelle Auch bei Männern ist ja heutzutage nicht sicher zu sagen dass sie nicht auch in Teilzeit gehen werden.
00:09:28: also Man muss sich das ja auch irgendwo aufteilen.
00:09:32: Und dann muss man auch sagen ich bin nicht die einzige Verantwortliche für Kinder.
00:09:36: Also die Männer müssen ja da irgendwie auch beitragen.
00:09:40: Und machen sie ja immer mehr, sodass es einfacher wird sozusagen und wenn man eine gute Kinderbetreuung hat, Kliniken müssen zum Beispiel auch die Kinderbetreuerungen anbieten dann ist das viel einfacher für die Frauen.
00:09:51: Man kann es möglich machen indem man die Strukturen schafft.
00:09:55: ich habe z.B.
00:09:55: gesagt damals hieß es alle Oberärzte sollen dann also so einen Zugang, VPN-Zugang kriegen um Home Office zu machen.
00:10:01: Ich so ja was mit den ganzen Kolleginnen die Kinder haben Die könnten doch auch einen V-Plan in Zugang.
00:10:05: Weil die bringen ihr Kind ins Bett um sechs, sieben und dann machen Sie vielleicht noch Arbeitsbriefe oder machen etwas von zu Hause wenn das Kind krank ist?
00:10:14: Also ich meine es ist alles möglich!
00:10:16: Ich finde wir stehen irgendwie... dem Ganzen im Wege, indem wir diese Strukturen einfach nicht schaffen.
00:10:23: Und wir hatten ja auch jetzt gerade Anfang Juni dieses Symposium zu mehr Frauen in Führungspositionen.
00:10:32: Da wurden auch noch mal so ein paar Konzepte gesagt.
00:10:34: Auch wenn morgens die Kinder halt um acht in die Kita gebracht werden müssen?
00:10:40: Warum muss die Frühbesprechung um acht sein?
00:10:41: Sie kann ja auch um acht Uhr dreißig sein!
00:10:43: Man kann das ja auch die Strukturn anpassen, sodass jeder Teil haben kann.
00:10:47: Man muss die Oberarztkonferenz nicht auf siebzehn Uhr leben... man kann sie auch auf dreizehn Uhr legen.
00:10:51: Man kann einfach die Strukturen möglich machen, dass alle Teil haben können ohne sozusagen Frauen zu exkludieren, die vielleicht dann auch noch die Kinder betreuen wollen und vielleicht auch Männern, die auch die Kinderbetreuung wollen weil ich kann das sagen... Ich erlebe das jetzt auch viel mehr.
00:11:05: oder es kommen auch sehr viele Männer auf uns zu, die sagen, ich möchte auch eine Teilzeit stelle aber ich trau mich nicht das anzusprechen.
00:11:12: wie soll ich das durchsetzen?
00:11:13: Und auch viele Männer haben ja Schwierigkeiten das zu machen.
00:11:18: Man wird nicht drum herumkommen, sowohl Männern als auch Frauen das zu ermöglichen.
00:11:23: Dass man da eben das Stichwort New Work, dass man es halt so ein bisschen einfach umstrukturiert wie das ja auch in allen anderen Berufen möglich
00:11:31: ist.
00:11:31: Ja würde man sich für die Medizin auch wünschen sicherlich mehr progressives Denken.
00:11:35: Woran denken Sie denn liegt es?
00:11:37: Dass da also immer noch es so schwierig ist obwohl sie jetzt eigentlich gar nicht so schlechte Konzepte genannt haben was man alles machen kann Oder gibt es tatsächlich jetzt schon...
00:11:45: Ich glaube, das ändert sich viel.
00:11:47: Mein Trop-Sharing ist ja etwas was jetzt doch immer mehr auch kommt.
00:11:51: aber ich glaube vielleicht in der Medizin ist halt alles so sehr schwierig.
00:12:01: Es gibt immer so starre Strukturen, die nicht gerne aufgebrochen werden.
00:12:04: Es gibt starre Hierarchien, starre strukturen... Also selbst wenn man irgendwie das Telefonkonzept in einem Krankenhaus umändern will, dann sagt er schon jeder Nein, nein!
00:12:13: Das ist auch super alles wie es so ist.
00:12:14: ich finde oder Digitalisierung des kriegt man ja auch so.
00:12:17: Es ist einfach schwierig.
00:12:18: irgendwie, ich weiß nicht... also da kann ich jetzt die Gründe nicht sagen warum gerade Mediziner sich so sehr irgendwie dagegen sträuben.
00:12:28: das weiß ich natürlich jetzt auch nicht.
00:12:29: aber ich glaube der Weg der Medizin wird nur der sein dass man das öffnen muss und dass man da mehr bereit sein muss für.
00:12:37: Und wir hoffen ja, dass wir als Netzwerk einfach eben diese Wege aufzeigen und dass wir sagen es ist doch einfach!
00:12:43: Man kann es doch machen und ich glaube wenn man einfach versucht Konzepte zu finden um sie zu präsentieren.
00:12:48: deswegen hatten wir auch zum Beispiel letztes Jahr dieses Event Mail Allies.
00:12:52: wie kann man denn auch zum beispiel als männlicher Chefarzt wenn man sagt das hat vielleicht auch überlegt Was kann ich denn dazu beitragen?
00:13:00: Ja, wie kann ich den Frauen fördern?
00:13:02: Behandle ich den Frau und Männer gleich oder denke ich wirklich zum Beispiel dass ein Mann geeigneter ist.
00:13:10: Das sind ja auch manchmal Vorurteile die so entstehen.
00:13:14: Es ist ja auch so, dass Frauen sich vielleicht auch weniger zutrauen weil sie weniger Rollmodels haben.
00:13:18: es gibt ja kaum eine Chefärztin sage ich jetzt mal vielleicht in einem Krankenhaus und dann denkt man kann nicht das überhaupt dass man sich das auch nicht zutraut und dass man vielleicht auch junge Frauen wo man denkt dies richtig gut dass man dir auch fördert und sagt du könntest doch auch machen
00:13:33: Haben Sie denn Überblick in Ihrem Netzwerk, wie die Verteilung jetzt ist?
00:13:37: Frauen in Führungspositionen der Neurologie.
00:13:39: Wie viel Ordinaria gibt es?
00:13:41: Wie viele Chefärztinnen an größeren Häusern?
00:13:44: Ist das transparent oder...
00:13:47: Ja also sind nicht so viele leider.
00:13:50: ja ich will jetzt keine falschen Zeiten nennen aber die Ordinarien sind natürlich sehr schlecht besetzt und ich glaube Chefarztposition unter zwanzig Prozent auf jeden Fall ist schon sehr gering.
00:14:05: Ist
00:14:05: es denn so, dass in den Kliniken Wodern weibliche Führungskräfte sind?
00:14:10: Eventuell diese Konzepte die sie genannt haben auch am Start sind?
00:14:13: dann weil das wäre ja auch interessant.
00:14:16: also machen Frauen besser als die männlichen Kollegen.
00:14:20: Ja also das ist eine sehr interessante Frage und das hatte ich eben bei dieser Chefärztinnenrunde.
00:14:25: gerade habe ich auch gefragt wie hand habt ihr das?
00:14:30: Achtet ihr dann auch darauf, dass mehr Frauen oder fördert mehr Frauen?
00:14:36: Ich finde das ist der richtige Weg.
00:14:38: Wir fördern alle gleich und wir versuchen neue Konzepte umzusetzen damit es eben möglich wird für alle mitzumachen.
00:14:48: Und ich glaube als Frau hat man vielleicht eher selbst mal die Erfahrung gemacht wo hatte ich selber Probleme?
00:14:56: was kann ich noch verbessern?
00:14:58: an Strukturen?
00:14:59: Und ich denke aber wirklich, dass das alle machen sollten.
00:15:03: Nicht nur Frauen sondern auch Männer weil wie Sie schon gesagt haben nun so kann die Neurologie irgendwie weiter kommen und wachsen wenn man sieht, dass der ganze Nachwuchs sich also sehr viele Frauen eben darunter sind.
00:15:17: und da muss man sich ja schon fragen Wie kann ich die integrieren?
00:15:20: nicht nur in die Arbeitswelt Auch die Stimme hören auch irgendwie Ja das irgendwie gerecht verteilen oder gleich verteilen.
00:15:29: Aber jetzt ist es natürlich auch so mit der Teilzeit.
00:15:31: Auch wenn Männer in Teilzeit gehen, so ganz gerecht verteilt ist das ja trotzdem nicht.
00:15:36: Also meistens sind's bei den Männern die üblichen zwei Monate, die dann irgendwie für einen Urlaub manchmal benutzt werden.
00:15:42: Bei Frauen ist es dann doch meistens die Hauptlast.
00:15:45: oder ist das schon anders?
00:15:48: Ja, also ich muss sagen bei uns an der Klinik ist ganz unterschiedlich.
00:15:52: Ich habe auch eine jetzt Oberärztliche Kollegin die hat nur sehr kurz Elternzeit genommen oder ich glaube sogar gleich verteilt mit dem Mann.
00:15:59: das wird ja schon immer mehr kommen weil ich glaube viele Männer sich eben dafür interessieren für ihre Familie und auch allem die Kinder begleiten wollen.
00:16:10: Und ich denke schon, dass dann Wandel stattfindet und es geht jetzt nicht nur diese zwei Monate Elternzeit sondern auch danach wirklich zu reduzieren.
00:16:22: Ich weiß nicht ob das so bleibt langfristig, also ich hoffe es nicht.
00:16:30: Das Netzwerk ist natürlich da um Ideen zu entwickeln wenn ich das richtig verstanden habe aber überhaupt mal ein Netzwerk zu schaffen.
00:16:40: Genau, also es geht nicht nur darum wir sind wollen ja auch nicht nur für Klinikärzte sozusagen Teilzeit ist ja so der eine Faktor.
00:16:48: aber Wir haben da wirklich also vereinen wirklich alle Ärztinnen von der jungen Neurologin auch niedergelassene sind sehr viele dabei aus dem wissenschaftlichen Bereich.
00:17:00: Also wir wollen da wirklich alles kombinieren werden ja angefangen auch mit einem Mentoring Programm und wir wollen ja eben da auch Role Models bieten und zeigen.
00:17:08: Das geht.
00:17:09: deswegen haben wir auch eine Fortbildungsreihe, sowohl wissenschaftlich als auch berufspolitisch.
00:17:14: Wir wechseln das immer so ein bisschen ab einmal im Monat alles online damit man es von zu Hause auch mit Kindern sozusagen die vielleicht schlafen oder dabei sind mitmachen kann und laden da halt vor allem auch weibliche Speakerinnen ein weil wir eben zeigen wollen Es gibt zu jedem Thema sehr viele sehr gute weiblichen Speakerinnen.
00:17:34: Und wir wollen ja auch einen sagen, wenn man irgendwie denkt.
00:17:40: Weil es kommt ja oft das Argument Es gibt diese Frauen gar nicht!
00:17:43: Es gibt keine Frauen die irgendwas vortragen können oder wissenschaftliche Arbeiten.
00:17:47: Also so wird das ja oft argumentiert?
00:17:48: Oder wo sind denn diese Experten?
00:17:50: und wir wollen zeigen... Es gibt sie ja!
00:17:52: Ja also wie Sie jetzt gerade schon gucken ich will nur sagen Es gibt Diese Frauen und Wir wollen einfach zeigen dass dass es möglich ist, in jedem Bereich auch ... irgendwie Frauen zu unterstützen, Frauen zu fördern und zu zeigen.
00:18:16: Dass es eben diese Stimmen gibt und dass man alles abdecken kann.
00:18:22: Wir arbeiten ja auch mit der DGN jetzt zusammen.
00:18:24: Wir versuchen da irgendwie zu gucken was können wir für nicht nur auf den Kongressen sondern was können wegen das Frauen zum Beispiel mehr Gremien sind?
00:18:35: Die Leitlinien werden ja auch fast nur von Männern geschrieben.
00:18:38: wie kann man das sozusagen auch angleichen?
00:18:41: weil es wird ja oft gesagt Wieso soll man da was machen?
00:18:44: Gleichstellung gibt es doch schon.
00:18:45: Wir haben doch auf dem Kongress jetzt die Parität, wir haben eine Kinderbetreuung.
00:18:48: Dann können wir doch schon Haken eigentlich dranmachen.
00:18:51: Aber so ist das eben nicht.
00:18:54: Wenn man dann tiefer guckt, dann gibt's halt doch noch Orte wo man das eben angleichen muss und da würde man ja vielleicht auch argumentieren Ja oder also wir haben nachgefragt, dann hieß es, ja es möchte ja gar keine Frau das machen Die hat doch, was heißt ich, andere Sachen zu tun oder so.
00:19:11: Und das stimmt eben nicht!
00:19:13: Es gibt wirklich genug Frauen die auch Interesse haben, die sich engagieren wollen, die eine Führungsposition haben wollen, sie auch mitmachen wollen und das wollen wir einfach nur zeigen und denen auch möglich machen.
00:19:26: Ja,
00:19:27: naja ich glaube wie Sie sagen Rollmodels ist ganz wichtig Und ich bin auch der Überzeugung, dass es da genügend gibt die auch gerne Verantwortung übernehmen.
00:19:37: Ist es denn so das es noch immer diese Gläser eine Decke gibt?
00:19:40: Die immer behauptet oder vermutet wird?
00:19:45: Ich meine ist jetzt eine Lebensrealität, die ich natürlich überhaupt nicht nachvollziehen kann.
00:19:48: deswegen frage ich.
00:19:50: Also ich denke schon also einerseits wird Frauen halt oft keinen Mut gemacht, sei es zum Beispiel bei einer Praxisprogründung.
00:19:59: Eine Kollegin hat gemeint sie hat sich dann überlegt, sie war eine Funktion.
00:20:02: soweit, ich mach jetzt meine eigene Praxis auf, ich hole mir einfach ein Sitz und mache das und halt stopp, schaffst du das?
00:20:09: Wie willst du das... Also in der Frau wird oft wenig zugetraut.
00:20:13: Also man wird irgendwie so ein bisschen ausgebremst und deswegen denken wir, dass so ein Netzwerk auch wichtig ist.
00:20:18: Weil da sind Frauen – und die kann man direkt fragen!
00:20:20: Wir sind sozusagen eine Gruppe, da gibt es auch eine WhatsApp-Gruppe Und man kann einfach diese Frage stellen Ich möchte eine Praxis gründen Wer hilft mir?
00:20:29: Und dieses Nahrbare, dieses Netzwerken, was Männer ja auch viel machen.
00:20:32: Weil sie vielleicht abends mehr Freizeit haben zu irgendwelchen Veranstaltungen zu gehen ist so.
00:20:37: also ich war letztens auf der Annem und dann habe mich meine Assistenzärzte gefragt Ja wo ist denn ihr Kind?
00:20:44: und da hab' ich gedacht Habt ihr Christian auch gefragt wo sein Kind ist?
00:20:48: Also das wird irgendwie so ein bisschen... Ist es halt schon anders und man wird anders wahrgenommen Und von daher versuchen wir das schon zu durchbrechen.
00:21:02: Und Gläserne Decke, auch in unserer Umfrage haben ja viele berichtet dass sie eine Oberarztposition noch angeboten bekommen haben und als sie dann schwanger geworden sind oder irgendwie ein Kind bekommen haben wo dann gesagt so achja ne leider doch nicht irgendwie weil eben diese Angst besteht dann irgendwie nicht möglich ist.
00:21:22: Aber wir wollen einfach nur zeigen, dass man es doch machen kann und das es Möglichkeiten gibt und wollen da irgendwie beitragen, dass sich das Ganze irgendwie positiv entwickelt ein bisschen an die Öffentlichkeit zu bringen oder zu thematisieren.
00:21:40: Dann fände ich es jetzt aber auch gut, wenn Sie vielleicht noch mal ganz kurz sagen so zum Schluss wie kann man bei Ihnen Mitglied werden?
00:21:46: Wie läuft das organisatorisch ab?
00:21:48: Vielleicht auch um die Frauen, die jetzt zuhören damit zu ermutigen.
00:21:53: Also jeder kann Mitglieder werden und auch Männer können zwar nicht volle Mitglieder, Genau, also über unsere Website oder über die sozialen Medien.
00:22:06: Und dann ist man quasi in so einem E-Mailverteiler und eine WhatsAppgruppe und kann eigentlich schon direkt dabei sein und mitmachen.
00:22:13: In dieser Gruppe gibt es eben auch verschiedene Untergruppen für Niedergelassen, für Klinikärzte, für junge Kollegen oder auch zu irgendwelchen Themen.
00:22:23: Eine Gruppe ist auch unsere Organisationsteamgruppe.
00:22:26: Also das sind eben alle, die im Verein im Vorstand sind aber auch jeder der mitmachen möchte, die es also auch offen und jeder der sich wirklich engagieren will und mitmachen will und sagt zusätzlich zu den monatlichen Treffen möchte ich nochmal monatliche treffen und auch wirklich mitgestalten was wir machen und hab Ideen kann einfach mitmachen und dabei sein und wir freuen uns wirklich über jeden der sich engagiert
00:22:51: Prima.
00:22:52: Vielen Dank für die Einlichte, das war eigentlich wirklich sehr spannend!
00:22:55: Danke schön!
00:22:56: Freut
00:22:56: mich, danke noch mal für die einladung
00:23:01: und damit werden wir wieder am Ende unseres Podcastes Nervenahrungen dem Infopodcast von Neurologen für Neurologe.
00:23:07: wenn Ihnen euch die Folge gefallen hat dann empfehlt uns bitte weiter.
00:23:10: diese und weitere Folgen rund um das Thema der Neuroologie finden Sie findet ihr auf den gängen Podcast-Portalen.
00:23:16: Die Informationen zum Neurilunden Netzwerk werden wir in die Shonos einbauen und die nächste Folge wird wieder in vierzehn Tagen erscheinen.
00:23:23: Mein Name ist Matthias Mollrer, ich wünsche Ihnen eine gute Woche bis demnächst!